Soziale Berufe in England legen zu
Geschrieben von Denise Hörnicke Donnerstag, 4. Juni 2009Soziale Berufe in England legen zu – spannende Karriereaussichten fuer deutsche Absolventen aller Studiengaenge
Waehrend in Deutschland Angehoerige der sozialen Berufe durch Streiks fuer bessere Arbeitsbedingungen, angemessenen Bezahlung und Anerkennung ihres Berufsstandes kaempfen muessen, ist in England ein deutlicher Wandel zugunsten dieses Berufsstandes auf allen Ebenen eingeleitet. Auch die Medien greifen das Thema zunehmend im Wege einer anerkennenden und positiven Berichterstattung auf, ausgenommen natuerlich der ewig sensationshungrige und anschuldigende eher populistische Blaetterwald, zu denen auch die englische SUN gehoert.
In England sind Karriere und soziale Arbeit kein Widerspruch. Arbeitgeber im oeffentlichen wie im privaten und gemeinnuetzigen Bereich investieren in zahlreiche Pilotprojekte, die interessante und sehr spannende sowie innovate Arbeitsmoeglichkeiten fuer den Berufstand bereithalten. Allerdings ist der britische Berufsstand in den letzten Jahren nicht nur stark geschrumpft, es fehlt insbesondere an Fachkraeften mit der in Deutschland vorherrschenden universalen Ausbildung, die es in Großbritannien nicht gibt: Sozialpaedagogik, Heilpaedagogik und Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt soziale Arbeit unter Einschluss aller MA-Studiengaenge sind hier die Schluesselwoerter, die die Tuer fuer einen Berufseinstieg und Berufswechsel in England weit oeffnen. Aber auch der Berufsstand der Erzieher ist gefragt. Vor dem Hintergrund jahrelanger wissenschaftlicher Laenderstudien und niederschlagenden UNICEF Raengen kommen die Briten allmaehlich zu der Erkenntnis, dass ihre europaeischen Nachbarn zum Beispiel in der stationaeren Jugenhilfe einfach deshalb bessere Ergebnisse erzielen, weil das Personal nicht wie in Großbritannien angelernt sondern qualifiziert ausgebildet ist. Da es auf der Insel noch keine vergleichsweisen Studienangebote gibt, schaut man gern ueber den Kanal und bietet unbefristete Arbeitsvertraege, gute Bezahlung, Umzugsbeihilfen, Bonuszahlungen und kostenlose Weiterbildung.
Die britische Regierung foerdert zur Zeit ein Pilotprojekt mit einem Budget von 1,5 Mill. GBP zur Einfuehrung des sozialpaedagogischen Ansatzes in 30 Einrichtungen der stationaeren Jugendhilfe. Im Zuge des Projektes werden 60 Sozialpaedagogen aus Daenemark und vor allem Deutschland auf verschiedenen Ebenen direkter Arbeit mit Jugendlichen und wissenschaftlicher Teilaufgaben eingestellt. Einzelne Traeger entwickeln im Zuge dieses neuen Denkens innovative Teams bestehend aus Familientherapeuthen, Psychologen und Sozialpaedagogen mit beratenden Aufgaben. Und viele andere zeigen sich aufgeschlossen und interessiert, ihren Teams Sozialaedagogen an die Seite zu stellen, die sie anerkennend als Experten ansehen (siehe The Guardian vom 21.04.2009: Experts fly in to help tackle the crisis / siehe http://www.guardian.co.uk/society/2009/apr/21/children-care-european-social-workers ). Solange die Plaene in London, den ersten Studiengang fuer Sozialpaedagogik einzurichten noch in der Schublade liegen, ruft das Koenigreich ueber den Kanal und lockt die Spezialisten auf dem europaeischen Kontinent mit lukrativen und spannenden Angeboten. Fuer Absolventen aus Deutschland ist dies “eine aufregende Zeit”, schwaernmt Stefan Kleipoedszus. Der Hamburger ist vor vier Jahren auf die Insel gekommen und wuerde wegen des “kreativen Spielraumes, der zur Zeit entsteht”, nicht mit Kollegen in der Heimat tauschen wollen.
Aber auch die allgemeinen sozialen Dienste der einzelnen Kommunen schauen einmal wieder ueber die Grenzen hinweg, um die bis zu 17,8 % offenen Stellen in der Familien und Jugendhilfe zu fuellen. In der Erwachsenenhilfe spricht man von insgesamt 12,1% offenen Stellen.
Die Arbeit als Sozialarbeiter und Sozialpaedagoge ist anerkanntermaßen kein leichter Job, auch nicht in England. Aber auf der Insel erfaehrt man schnell “wie unglaublich nett der Umgang zwischen den Kollegen ist. Das Arbeitsklima in England ist anders als in Deutschland. Die Kollegen sind freundlich und sehr hilfsbereit. Wenn man sich auf das Abenteuer “Arbeiten in England” einlaesst, wird man jeden Tag mit einem neuen Erfolgserlebnis belohnt”, so Linda Bueschel, seit einigen Monaten im allgemeinen sozialen Dienst in der Naehe von Liverpool beschaeftigt.
Hinweis: Wer sich fuer eine Karriere im sozialen Bereich in England interessiert, kann sich am 24.Juni 2009 bei der ZAV Auslandsvermittlung der Agentur für Arbeit Frankfurt sowie am 25. Juni 2009 in Berlin an der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH) informieren und interviewen lassen.In Zusammenarbeit mit Jacaranda Recruitment aus London, der ZAV und den Hochschulteams findet eine Jobbörse mit Vorträgen, Einzelgesprächen und terminierten Kurzinterviews für Bewerber aus dem Sozialen Bereich und dem Pflegebereich statt. Auskunft und Anmeldung siehe www.arbeiten-in-england.de und www.ash-berlin.eu / Karriereplanung / workshops und mehr
Weitere Informationen:
Ingolf Block
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Mobil: +44 7971 87 87 20
www.work-in-the-uk.com
www.jacaranda-recruitment.co.uk
www.SocialPedagogyUK.com
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